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6 | Vereinnahmungsversuche von Rechts

Der politische Rechtsextremismus in der Zeit vor 1933 war bestrebt, einzelne Begriffe aus dem Denkansatz der Geld- und Bodenreform zu übernehmen und sie so umzudeuten, dass sie sich in dessen eigene Ideologie einfügen ließen. Die Verfälschung der Bodenreform zu einem Instrument der Arisierung der Landwirtschaft bzw. der Geldreform zur „Brechung der Zinsknechtschaft“ als Propagandamittel der NSDAP wirkt nach und weckt noch lange nach dem Ende der NS-Tyrannei die Befürchtung, dass Geld- und Bodenreformgedanken zur erneuten Ausbreitung rechtsextremistischer Ideologien beitragen könnten. Diese Befürchtung wird noch dadurch verstärkt, dass es auch in neuerer Zeit Versuche der NPD und der „Partei National Orientierter Schweizer“ (PNOS) gibt, Gedanken der Geld- und Bodenreform in nationalistisch pervertierter Form für sich zu vereinnahmen.

●  Daher ist uns eine klare Distanzierung gegenüber solchen Vereinnahmungsversuchen wichtig. Lesen Sie bitte hierzu die folgenden Texte:

Gerhard Senft
Antikapitalismus von Rechts? – Eine Abrechnung mit Gottfried Feders „Brechung der Zinsknechtschaft“

Werner Onken
Gefahren für die Geld- und Bodenreform von rechts –
Kritische Auseinandersetzung mit den Programmen von NPD und PNOS

●  Wir distanzieren uns auch von den Bestrebungen von Reiner Bischoff, mit seinen Veröffentlichungen „Geld und Asyl“ (1993) und „Entmachtung der Hochfinanz“ (2002) sowie mit Beiträgen auf einer NPD-nahen „antikapitalistischen“ Website Gedanken der Geld- und Bodenreform in rechtsextreme Kreise hineinzutragen. Für ebenso verfehlt halten wir seinen Versuch, Missdeutungen der Geld- und Bodenreform im NPD-Organ „Deutsche Stimme“ (in der Nr. 4/2008) richtig zu stellen.

●  Zur weiterführenden Auseinandersetzung mit der Ideologie des Rechtsextremismus empfehlen wir die folgende kritische Literatur:

-  Harald Bergsdorf
Die neue NPD – Antidemokraten im Aufwind
München: Olzog Verlag, 2007. 160 Seiten.
-  Uwe Backes & Henrik Steglich
Die NPD – Erfolgsbedingungen einer rechtsextremistischen Partei
Baden-Baden: Nomos Verlag, 2007. 426 Seiten.
-  Fabian Virchow, Die extreme Rechte als globalisierungskritische Bewegung?
in: Ivonne Bemerburg und Arne Niederbacher (Hrsg.), Die Globalisierung und ihre Kritik(er) – Zum Stand der aktuellen Globalisierungsdebatte, Wiesbaden 2007, S. 215 – 232.
-  Fabian Virchow und Christian Dornbusch 
88 Fragen und Antworten zur NPD  - Weltanschauung, Strategie und Auftreten einer Rechtspartei - und was Demokraten dagegen tun können.
Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2008. 335 Seiten.
-  Andrea Röpke und Andreas Speit (Hrsg.)
Neonazis in Nadelstreifen – Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft.
Berlin: Chr. Links Verlag, 2008. 208 Seiten.

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