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Unterwegs in eine gerechte, natürliche Wirtschaftsordnung - Rückblicke und Ausblicke
2. Tagung | 1996 | 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
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Nach dem Aufstieg des modernen Kapitalismus im 18. und 19. Jahrhundert wurde das 20. Jahrhundert zum “totalitären Zeitalter” (K. Hornung). Marktwirtschaft und Demokratie verloren aufgrund ihrer
kapitalistischen Vermachtung ihre innere Balance so sehr, dass sie in Zeiten systembedingter Krisen in planwirtschaftlich-totalitäre Zwangssysteme abstürzten: in den Nationalsozialismus einerseits und in den
Kommunismus andererseits. In kritischer Distanz zu Marx und seinen Epigonen begann Silvio Gesell um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, mit Hilfe von Reformen des Bodenrechts und des Geldwesens
nachkapitalistische Formen von Marktwirtschaft und Demokratie zu entwickeln. Vor dem Hintergrund des aktuellen Rechtsextremismus haben die CGW und die INWO auf ihrer ersten Tagung in Birkenwerder herausgearbeitet,
dass Gesell auch zu den damaligen rechtsextremen Ideologien kritisch eingestellt war und dass er der Weimarer Republik zu einem soliden wirtschaftlichen Fundament verhelfen wollte. Die Geschichte seiner
Anhängerschaft zeigt jedoch, dass diese die Gefahren eigener Verirrungen auf rechte und linke Abwege einer Verbindung mit antiliberal-totalitären Ideologien nicht deutlich genug erkannte. Die zweite CGW-/INWO-
Tagung in Birkenwerder sollte deshalb selbstkritisch untersuchen, wie sich die Anhänger Silvio Gesells während der Nazi-Herrschaft verhalten haben. Auf diesen Rückblick in die eigene Vergangenheit folgte eine
Begegnung mit der ostdeutschen Bürgerrechtsbewegung, die gegen die “zweite deutsche Diktatur” (K.D. Bracher) aufgestanden ist. Und schließlich ging es um Ausblicke auf die zukünftige Weiterentwicklung der
Bodenrechts- und Geldreform sowie um ihre Bedeutung in der gegenwärtigen Weltkrise.
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Die einzelnen Beiträge:
Werner Onken: Natürliche Wirtschaftsordnung unter dem Hakenkreuz – Anpassung und Widerstand
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Günter Bartsch: Die Dunkelstellen der NWO-Bewegung und der Fall Otto Lautenbach
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Abend im Klosterkeller mit Bernd Senf (Gitarre) und Martin Ley (Geige)
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"Das Angesicht des Anderen" - Ausstellung über die Lage in Lateinamerika von der Friedensbibliothek - Antikriegsmuseum in Berlin
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Christoph Columbus, 4. Juli 1503
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TeilnehmerInnen im Innenhof des Bendlerblocks, in dem Graf Stauffenberg und andere Widerstandskämpfer am 20. Juli 1944 hingerichtet wurden
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Folklore aus aller Welt - gespielt von der Gruppe Fiedelbär aus Mülheim
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Aus dem Schlusswort von Prof. Dr. Roland Geitmann: “... Ich denke in ihrer aller Namen zu sprechen, dass wir uns hier in
diesem gastlichen Haus sehr wohl gefühlt haben. Mein Dank gilt allen hilfreichen Geistern, die diese Tagung ermöglichten. Sowohl sprechend als auch zuhörend haben Sie alle zum Gelingen beigetragen.
Faszinierend spürbar hat sich immer wieder das ereignet, was Goethe in seinem Märchen “Von der grünen Schlange und der schönen Lilie” ausdrückte, wo nämlich der goldene König fragt: “Was ist herrlicher
als Gold?” – “Das Licht”, sagt die Schlange. “Und was ist erquicklicher als das Licht?” – “Das Gespräch.” Möge sich das fortsetzen.
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Veröffentlichung der Tagungsbeiträge: Die Vorträge von Martin König und Peter Kafka
sind in der 110. Folge (September 1996) der “Zeitschrift für Sozialökonomie” erschienen. Der Vortrag von Bernd Senf
ist zusammengefasst in seinem Aufsatz “Fließendes Geld und die Heilung des sozialen Organismus”, in der schweizerischen Zeitschrift “evolution” Nr. 4/1996, S. 5, 8 und 9. Vgl. auch die Bücher von
Bernd Senf “Der Nebel um das Geld” (Lütjenburg 1996) und “Die blinden Flecken der Ökonomie” (München 2001). Die Vorträge von Werner Onken und Günter Bartsch
wurden in erweiterter Form veröffentlicht in der Broschüre “Natürliche Wirtschaftsordnung unter dem Hakenkreuz - Anpassung und Widerstand” (Lütjenburg 1997).
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