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Die Wahl des Europaparlaments, eine „Verfassung für Europa“ und die Osterweiterung der EU rückten Europa im Jahr 2004 in den Mittelpunkt des politischen Interesses. Aber wo liegt Europa? Wie die
Diskussion über einen künftigen Beitritt der Türkei zeigte, ist dies nicht nur eine geografische Frage, sondern auch eine Frage nach Aufgabe, Form und Identität.
Was sich als Europäische Union entwickelt hat,
ist mittlerweile deutlich mehr als ein Raum gemeinsamen Wirtschaftens und insofern problematisch, als Wirtschaftsinteressen diesen Staatenverbund einseitig prägen, während demokratische Ansprüche noch immer
unbefriedigt bleiben. Darf dieser Verband sich eine Verfassung geben, ohne die Unionsbürgerinnen und –bürger darüber abstimmen zu lassen? Welche Spannungen ergeben sich aus einheitlicher Währung, Wirtschaftsflaute
und öffentlicher Überschuldung? Ist das in der EU etablierte Wirtschaftssystem zukunftsfähig? Wird die EU zur Festung der Privilegierten oder ein Hort der Menschenrechte und des Friedens, der offen bleibt und
globale Mitverantwortung übernimmt? Welche Antwort findet die EU auf den Terrorismus?
Diese und weitere Fragen politischer Gestaltung waren Gegenstand der Tagung. Hierzu luden zum 10. Mal die befreundeten
Organisationen CGW und INWO ein, die zur Wirtschaftsordnung, insbesondere Geldwesen, Bodenrecht und Steuersystem, ähnliche Zielvorstellungen verfolgen. Welche Chancen diese in einem sich einigenden Europa haben
würden, war besonders am dritten Veranstaltungstag Gegenstand der Gespräche – umrahmt und vertieft durch die Grundfrage, welche Aufgabe Europa zwischen West und Ost hat und welche Gestaltungselemente hierfür
zeitangemessen wären.
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